Robert Schumann

Die von Clara Schumann bei der Erstausgabe des Requiem op. 148 hinzugefügte Opuszahl gibt fälschlicherweise vor, es würde sich um eine «letzte» Komposition handeln. In der wirklichen Entstehungsgeschichte steht es hingegen in unmittelbarer Nachbarschaft zu der im März 1852 abgeschlossenen Missa Sacra, die bei ihrer posthumen Drucklegung mit «147» eine nicht minder hohe Zahl erhielt. […]
Víkingur Ólafsson – from afar

Die Herausforderung bei heutigen Alben liegt vor allem in der Auswahl der eingespielten Werke. Bei der noch immer auf Tradition setzenden Deutsche Grammophon ist das ganz augenscheinlich. Da prangte auf dem Cover einst das alte goldgelbe Label mit Angaben zu Komponist, Werk und Interpreten. Dann wurde es zu einem Plakat für fett gedruckte Ware, aktuell […]
Schumann & Co. / Sebastian Manz

Obwohl das Album auf den ersten Blick vor allem (aber nicht nur) gängige Werke des Repertoires versammelt, überrascht Sebastian Manz im Booklet mit eigenen Überlegungen zur Konzeption. Etwas, was man sich als Hörer eigentlich immer wünscht und doch nur selten bekommt. Etwas, das eigentlich selbstverständlich sein sollte, und doch (aus welchen nah- oder fernliegenden Gründen […]
Schumann, Bruch / Niek Baar

Es dürfte spannend werden, wenn man den jungen niederländischen Violinvirtuosen Niek Baar beim Wort nehmen wollte. Denn seine Aufforderung, nach «unbekanntem Repertoire» Ausschau zu halten, liest sich wie eine Selbstverpflichtung. Doch welches Repertoire ist «unbekannt»? Für manche Musikliebhaber ist es bereits das Violinkonzert von Robert Schumann, für andere das Violinkonzert (1869) von Albert Dietrich, für […]
Ballads & Quintets / Fazıl Say & casalQuartett

Ein Steg in sommerlicher Morgendämmerung. Nur selten einmal ist ein solch stimmungsvolles Coverfoto so dicht und überzeugend an der eingespielten Musik wie hier. Schade nur, dass man das aus dem Booklet nicht erfährt. Dabei handelt es sich just um jenen Steg, der von der hölzernen Villa des so bedeutenden türkischen Staatsgründers Kemal Atatürk in Yalova […]
Randalu – Dichterliebe

… weil es auch ein großer musikalischer Spaß ist. Ja, doch: Die Stücke können ohne Gesang durchaus bestehen, gerade, wenn man sie neu formuliert – sie aktualisieren sich auf diese Weise in neuer Frische. Man kann es genießen, auf die Stimme zu verzichten. …
Georg Arzberger / Fantasie

In der Kammermusik des 19. Jahrhunderts kommt am an Robert Schumanns Fantasiestücken op. 73 nicht vorbei. Dies gilt in erster Linie für alle Klarinettist:innen, aber auch für die Violine und das Violoncello gibt es von den drei hinreißenden Sätzen originale Adaptionen. Doch sie beflügelten auch die Fantasie anderer Komponisten jener Zeit: Nicht zufällig finden sich […]
La nuit transfigurée / Trio Karénine

Die Kunst der Interpretation einer Bearbeitung oder eines Arrangements liegt darin, das Original nur mitzudenken, es aber nicht zu imitieren, den nun veränderten Klangeigenschaften der Partitur nachzuspüren, sie von innen heraus zum Leuchten zu bringen, sie eigenständig zu deuten. All dies gelingt dem in Frankreich beheimateten «Trio Karénine» bei seiner Einspielung von Schönbergs glühend-leuchtender Verklärter […]
Klavier für Kinder / Corinna Simon

Bei dem Thema Musik für Kinder kommt man an diesem Album aus dem Jahr 2019 zunächst einmal nicht vorbei. Es präsentiert in knapp 132 Minuten eine von der Pianistin Corinna Simon kuratierte (und interpretierte) Auswahl – nicht nur an Komponisten und Sammlungen, sondern auch einzelne Stücke aus derlei mehr oder weniger zusammenhängenden Folgen. Und doch: […]
Antoine Malette-Chénier / Consolations

Trost in Tönen. So könnte man dieses programmatisch abgerundete und in sich ruhende Album charakterisieren. Auf dem bunten (und manchmal auch brutalen) Markt der Möglichkeiten hat Antoine Malette-Chénier damit nicht den einfachen Weg für sich gewählt – sicherlich aber einen, der seiner inneren Überzeugung entspricht. Denn spieltechnische Virtuosität bemisst sich nicht allein nach «Noten pro […]
Armas Järnefelt Edition

Eine richtige Rarität, und dies in gleich doppelter Hinsicht. Zunächst ist Armas Järnefelt (1869–1958) hierzulande wohl nur den allerwenigsten überhaupt dem Namen nach als Dirigent, Pianist oder gar Komponist bekannt – dabei studierte er u. a. in Berlin, wirkte in seiner frühen Karriere in Magdeburg und Düsseldorf, später führte er in Finnland als erster die […]
Shoko Kuroe: Snow

Sommer, Sonne, Sonnenschein. Eine gute Zeit für Gedanken an Schnee. Angeblich gibt es Kulturen, die sehr viele Worte für Schnee haben. Diese CD der Pianistin Shoko Kuroe zeigt, dass wir auch viele Töne für Schnee haben – allein schon auf dem Klavier. Und niemand wird wohl ermessen können, wie viele Töne es für Schnee noch […]