Lachenmann – Complete Piano Works

Jonas Olsson hat diese Stücke alle für das schwedische Label thanatosis eingespielt. Dort ist es einen Tag nach Helmut Lachenmanns 90. Geburtstag veröffentlicht worden. Die Musik bleibt herausfordernd auch beim Hören, aber sie wird exzellent pianistisch und akustisch vorgelegt.
Art’Ventus Quintet – Swiss Treasures

Der Werkbestand ist weder vergleichbar noch in seiner Breite exzeptionell – und wird dennoch unter Kennern das Bläserquintett als dem Streichquartett vergleichbar angesehen. Dabei unterscheidet es sich zwar durch seine traditionelle Besetzung mit Flöte, Oboe, Klarinette, Horn und Fagott hinsichtlich seiner klanglichen Homogenität, doch hat die Besetzung dank der Werke von Franz Danzi und Anton […]
Peter Schat – Concertgebouw Orchestra

Von Peter Schat (1935–2003) dürften bisher die wenigsten gehört haben, obwohl er in den 1960er Jahren zu den markantesten Erscheinungen der niederländischen Avantgarde zählte. Zunächst positionierte er sich zeittypisch links außen und provozierte später noch durch provokante Äußerungen zur Gesellschaft und zum Musikleben. Seine theoretischen Reflexionen zum Tonsystem und zu seinem eigenen Schaffen bildeten dann […]
Polnische Sinfonik – Royal Scottish National Orchestra

Auf diversen Alben schon länger vertreten – doch im Konzertsaal noch immer unterrepräsentiert. So lässt sich wohl der Status polnischer Musik der Moderne und jüngsten Vergangenheit beschreiben. Dabei gibt es doch eine Reihe von Namen und Kompositionen, die eigentlich schon lange zum Repertoire gehören (sollten). Umso erfreulicher ist es, dass mit dieser Produktion aus Glasgow […]
David Schiff – Eugene Symphony

Wenn ich an musikalische Reflexionen des Sports in der Musik denke, dann sind es doch eher Sportarten wie etwa Tennis oder Rudby. Selten oder gar nie wurden bisher einzelne Personen oder gar Sportler in Klangporträts verewigt. Das hat sich mit der Komposition Prefontaine von David Schiff (* 1945) geändert. Das Werk erinnert an den US-amerikanischen […]
Vintersong

Im Norden wird es schneller Winter. Gemeint ist damit natürlich Skandinavien, wo die Tage rapide kürzer werden, teilweise die Polarnacht einsetzt und die tiefen Temperaturen den einmal gefallenen Schnee halten. Dann werden auch Lichter ins Fenster gestellt und der tägliche Rhythmus des Lebens verändert sich. Es ist das Gegenbild zum ewig hellen, oftmals auch nur […]
Rune Glerup

Dieses Album ist wie gemacht für die „Stille Woche“. Nicht nur, dass das Cover graphisch in ein «in infinitum» verweist. Es ist auch das Streichquartett Nr. 2 des dänischen Komponisten Rune Glerup (*1981), das sich mit seinem Titel «Perhaps Thus the End» geradezu programmatisch in diese Tage einfügt. Der Geist Samuel Becketts (1906–1989) schwebt über […]
Tigran Mansurian

Die Hörbar stellt in dieser Woche Alben vor, deren s/w-Cover sich aus dem lauten Rufen der Kommerzialisierung herausnehmen. So auch einmal mehr eine vorzügliche Produktion von ECM – diesmal mit Kammermusik von Tigran Mansurian (* 1939), die geheimnisvolle Töne anschlägt und in jedem Moment erreichbar ist.
Simon Rummel – Der Zauberlehrling

Selten hat mich eine Komposition und ihre Realisation so überrascht wie diese, die über eine halbe Stunde lang funkelt, schimmert, sich in sich selbst verschlingt und so angenehm ziellos einen aus der Zeit herausnimmt. Ein Dauerschweben, -schwimmen, -schlummern …
Jazz Violin Concertos

Der Titel wirkt auf mich ein wenig irritierend. Denn er suggeriert eine stilistische Definition, die so nicht gegeben ist und die auch auf die Bezeichnungen der hier eingespielten drei Partituren verweist. Tatsächlich wird man am ehesten noch das mehrteilige Konzertstück Wings (kein Konzert!) von Friedrich Gulda (1930–2000) als ein «Jazz Concerto» aufrufen, weil es von […]
Jazzissimo

Ein Album, dessen Titel am Ende etwas zu kurz greift. Denn ob wirklich alles «Jazzissimo» ist, darf man am Ende für sich entscheiden. Was ist beispielsweise an der Carmen-Fantasy von Alexander Rosenblatt «Jazz» – oder doch «nur» Kolorit? Will man die zweite Violinsonate von Maurice Ravel wirklich allein unter dem Etikett «Jazz» subsumiert wissen? Wohl […]
jazz – Akhunov / Poulenc / Messiaen

Heute stellt sich mitunter die Frage, was wirklich unter «Jazz» zu verstehen ist. In den 1920er und 1930er Jahren war es anders: Damals wurde vieles allzu großzügig unter diesem Label subsumiert – in der Literatur, in der bildenden Kunst, aber auch in der Musik. Oft genügte das bloße Ausbrechen aus festen (oder als fest empfundenen) […]