Klavierwerke / Wolf Harden

Abgesehen von einigen Highlights auf dem Konzertpodium und einer sehr überschaubaren Zahl von Neueinspielungen ist das aktuelle Busoni-Gedenkjahr bisher kaum in Erscheinung getreten. Die Gründe dafür mögen vielfältig sein, doch ist zu vermuten, dass sich auch zu einem 100. Todestag an der dramaturgischen Bequemlichkeit kaum etwas verändern wird – zumal sich aktuell mit Bruckner und […]
Bruch, Price / Randall Goosby

Das kleine Parallelogramm auf dem Cover zwischen Bogen und Taktstock täuscht über die Introduktion in Bruchs Violinkonzert hinweg. Denn während der unermüdliche Yannick Nezet-Seguin mit dem Philadelphia Orchestra ein vorwärtsdrängendes Tempo anschlägt, ist es ausgerechnet der junge Randall Goosby, der mit seiner Kadenz sogleich verzögert …
Schumann, Bruch / Niek Baar

Es dürfte spannend werden, wenn man den jungen niederländischen Violinvirtuosen Niek Baar beim Wort nehmen wollte. Denn seine Aufforderung, nach «unbekanntem Repertoire» Ausschau zu halten, liest sich wie eine Selbstverpflichtung. Doch welches Repertoire ist «unbekannt»? Für manche Musikliebhaber ist es bereits das Violinkonzert von Robert Schumann, für andere das Violinkonzert (1869) von Albert Dietrich, für […]
Sibelius & Prokofjew / Janine Jansen

Reichlich Weichzeichner vernebelt das Cover, so dass die Konturen verschwimmen und nivelliert werden. Das Label war bei dieser Gestaltung sichtlich nicht gut beraten, denn die hier eingespielten Konzerte verlangen markante Künstlerpersönlichkeiten. Beide Werke, das von Sibelius (in der üblichen Fassung) und das erste Konzert von Prokofjew, gehören zu den Standards des Repertoires, erklingen allzu oft […]
Orchesterwerke / Henry Raudales

Wunderbar «nordisch» klingt die Sinfonie Nr. 2 c-Moll op. 134 (1875) von Carl Reinecke, der einst im schleswig-holsteinischen Altona geboren wurde. Die Partitur steht (leicht verspätet) in bester Leipziger Tradition – man denke vor allem an Niels W. Gade und dessen Sinfonie c-Moll op. 5. Mit dem Beinamen «Håkan Jarl» gibt ausgerechnet der konservative Reinecke […]
Undine / Alexis Kossenko

Die «Undine»-Sonate ist aus dem romantischen Flötenrepertoire nicht wegzudenken. Vielfach eingespielt, bleibt mir doch nur diese eine Produktion mit Alexis Kossenko im Ohr – seit einigen Jahren auch bei mir. Zwei Gründe sind dafür zu nennen: das verwendete historische Instrumentarium und die damit verbundene Interpretation, die das Werk in geradezu idealer Weise verwirklicht. So spielt […]
Klavierkonzerte / Simon Callaghan

Fast genau 30 Jahre ist es her, dass das Label cpo alle vier Klavierkonzerte von Carl Reinecke als Doppelalbum herausbrachte – damals eine Sensation. Heute sieht es für Klavierkonzerte aus dem langen 19. Jahrhundert insgesamt besser aus – nicht zuletzt dank der einzigartigen Reihe The Romatic Piano Concerto (Hyperion), die aus den heimischen Regalen nicht […]
Cellosonaten / Ana Turkalj

Zu Recht werden Carl Reineckes drei Sonaten für Violoncello und Klavier als treffliche Repertoire-Alternativen aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gehandelt. Obwohl mehr kantabel als virtuos angelegt (die Daumenlage wird weitestgehend ausgespart), fordern die Werke zu einer vollständig durchgearbeiteten und sorgfältig gestalteten Interpretation heraus. Die gewichtige Konkurrenz (in erster Linie Brahms) bleibt unerschütterlich – […]
für zwei Klaviere / Genova & Dimitrov

Nicht vierhändig, sondern für zwei Klaviere bzw. Flügel sind diese Kompositionen von Carl Reinecke bestimmt, der zu jenen Jubilaren gehört, die in diesem Jahr und auch weiterhin in der zweiten Reihe stehen und stehen werden. Nur wenige Häuser haben auf seinen 200. Geburtstag reagiert – darunter immerhin das Leipziger Gewandhaus, dessen Orchester Reinecke einst über […]
The Zilliacus Quartet / Grieg, Maier, Röntgen

Auf diesem Album sind nicht nur drei Streichquartette eingespielt, vielmehr wird mit ihnen eine persönliche Geschichte zwischen drei Komponist:innen aus den letzten Dekaden des 19. Jahrhunderts erzählt. Darin geht es zum einen um den Holländer Julius Röntgen (1855–1932) und die aus Schweden stammende Amanda Maier (1853–1894), zum anderen um Edvard Grieg (1843–1907). Röntgen und Maier […]
Heinrich Hofmann / Kammermusik

Ein gänzlich Unbekannter ist Heinrich Hofmann (1842–1902) nicht. Immerhin ist jetzt ein drittes Album mit seiner Musik erschienen: Nach seiner Frithjof-Sinfonie op. 20 aus dem Jahre 1874, mit der sich Hofmann einen lebenslangen Erfolg sicherte (Sterling, 2012), konnte bald mit dem Streichsextett e-Moll op. 25 und dem Oktett F-Dur op. 80 erstmals groß besetzte Kammermusik […]
Bruckner 9 / Jakub Hruša

«Was seine Zehnte […] sagen sollte, das werden wir so wenig erfahren wie bei Beethoven und Bruckner. Es scheint, die Neunte ist eine Grenze. Wer darüber hinaus will, muss fort. Es sieht aus, als ob uns in der Zehnten etwas gesagt werden könnte, was wir nicht wissen sollen, wofür wir noch nicht reif sind. Die […]