Arvo Pärt – Credo

Auch wenn der Titel des Albums zunächst nur auf eine im Jahe 1968 vollendete Partitur abzielt, so ist er doch weit umfassender. Er umfängt das nun schon neun Dekaden umfassende Leben von Arvo Pärt, aber eben auch sein Schaffen. Dem «ich glaube» ist nämlich auch die umfassende «Glaubwürdigkeit» seiner Musik an die Seite zu stellen […]
Arvo Pärt – For Arvo

Ein Komponistenleben «in a nutshell». Denn Georgijs Osokins reist mit diesem Album durch den gesamten Klangkosmos von Arvo Pärt, der auch all jene Werke umfasst, die vor den 1970er Jahren und dem Tintinnabuli-Stil entstanden sind. Man hat fast den Eindruck, es wären nicht nur zwei ganz unterschiedliche, sondern mehr noch gegensätzliche Œuvres versammelt. Wenn da […]
Arvo Pärt – Passio

Bei der sehr eigenen, beinah ikonischen Musik von Arvo Pärt stellt sich oft die Frage: Wann war die erste Begegnung? Ich selbst kann mich noch gut daran erinnern, wie ich „Fratres” zum ersten Mal hörte – als Musik zu einem Abspann eines Dokumentarfilms(?) in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre. Das war auch die Zeit, […]
Igor Levit – Tristan

Erratisch, verlassen und in Silbergrau gehüllt. Das Cover könnte die umfassende programmatische Trostlosigkeit der eingespielten Werke kaum besser fassen. Denn «Tristan» geht zwar vom dritten Liszt’schen Liebestraum aus, durchkämmt aber mit Hans Werner Henzes Tristan, Wagners Vorspiel, Mahlers Adagio aus der 10. Sinfonie und Liszt Harmonies du soir einen dunkel glühenden Kosmos. Der etwas seltsam […]
Malcolm Arnold –The Padstow Lifeboat

Malcolm Arnold (1921–2006) komponierte nicht nur neun Sinfonien, sondern auch zahlreiche weitere sinfonische Werke. Nun hat Chandos ein wunderbares Supplement zur Gesamteinspielung herausgebracht: eine Reise durch das Œuvre von einem der ersten Werke (Larch Trees op. 3, 1943) bis hin zum gewichtigen Philharmonic Concerto op. 120 (1976), das ursprünglich für das London Philharmonic Orchestra entstand, […]
Simeon ten Holt – Jeroen van Veen

Ein Projekt, das sich nahtlos in die Diskographie von Jeroen van Veen einfügt. Denn der Niederländer hat sich als Pianist ganz (wenn auch nicht ausschließlich) der minimalistischen und repetitiven Musik verschrieben. Und er spielt die Werke mit einer Poesie, die wiederum selbst als prägend bezeichnet werden muss. Selten agitativ, sondern für gewöhnlich in einem weichen, […]
Relay For Death – Mutual Consuming

Es geht hier nicht um Krach, der unter Überdruck in die Schalllandschaft gepresst worden ist, sondern um ein – gefühlt – unendliches Rauschen von diskreten und konkreten Tongebilden. Es fließt alles unablässig, schattiert und verformt sich in Filtern.
Costin Miereanu – Poly-Art Recordings 1976-1982

ES SIND DIE 70ER-JAHRE! Costin Miereanu mit seiner Art der elektronischen Musik eher an Seitenflügel der Popularmusik wie von Tangerine Dream, Pink Floyd, Jean-Michel Jarre, Michael Rother, Dieter Moebius, Hans-Joachim Roedelius, Brian Eno (nicht so sehr Kraftwerk) an und verbindet sich eher mit Terry Riley als Iannis Xenakis.
Quartetto Santorsola

Eine Fahrt in ein unbekanntes Terrain – jedenfalls für all jene Musikliebhaber:innen, die sich nicht mit Gitarrenmusik auskennen. Denn John W. Duarte (1919–2004) war eine Institution. Obwohl er bis zu seinem 50. Lebensjahr in der chemischen Industrie arbeitete und sich erst dann gänzlich der Tonkunst zuwandte, hatte sich der Engländer längst den sechs Saiten verschrieben. […]
Karol Rathaus

Er gehört zu jenen Komponisten, deren Werke im Dritten Reich als «entartet» gebrandmarkt wurden und die selbst unter unmittelbarem existenziellem Druck standen. Wie Hans Heller entschloss sich auch Karol Rathaus (1895–1954) früh, Berlin zu verlassen und über Paris nach London und 1938 nach New York zu emigrieren. Als einer der wichtigsten Schüler von Franz Schreker […]
Hans Heller

Umso erfreulicher ist die Spurensuche, die Jascha Nemtsov unternommen hat – biographisch wie auch durch das Schaffen. Die sechs ausgewählten Werke zeigen Heller bereits in den 1920er Jahren als einen auch dodekaphon arbeitenden Komponisten, dessen dunkel timbrierte Werke Tendenzen des Expressionismus (Klaviersonate) wie des Neoklassizismus (Suite) aufnehmen. Es ist zu hoffen, dass es nicht bei dieser ersten Produktion bleibt, sondern noch mehr aus dem Œuvre erkundet wird.
Hans Gál

Trotz seines langen Lebens ist es um Hans Gál (1890–1987) merkwürdig ruhig geblieben. Nach Studien im post-Brahms-Umfeld und einem Opern-Erfolg (Die heilige Ente, 1923) wurde er 1929 Direktor des Mainzer Konservatoriums. Von den Nationalsozialisten 1933 des Amtes enthoben, wandte er sich zunächst wieder nach Wien, ging dann nach Großbritanien und fand ab 1945 im schottischen […]