CPE Bach / Nevermind

Man muss sich immer wieder einmal die Lebensdaten von Carl Philipp Emanuel Bach (1714–1788) vergegenwärtigen, um sein Wirken und Schaffen einordnen zu können. Seine Kompositionen stehen dabei grundsätzlich der «Wiener Klassik» näher als dem ausgehenden «Barock» – manchmal ist es der «Sturm und Drang», der fast revolutionär Einzug hält, oft genug aber ist es die […]
CPE Bach / Orchestra of the Eighteenth Century

Radikal im Tonsatz und Ausdruck. So lassen sich die sechs Streichersinfonien Wq. 182 von Carl Philipp Emanuel Bach charakterisieren, die 1773 in Hamburg entstanden. Bestimmt waren die (je nach Sichtweise) ganz dem Geist der Empfindsamkeit oder des Sturm und Drang stehenden Werke für die von Gottfried van Swieten veranstalteten Sonntagsakademien im Prunksaal der Wiener Hofbibliothek; […]
CPE Bach / Tom Beghin

Als Carl Philipp Emanuel Bach 1760 in Berlin seine Sonaten «avec des reprises variées» (mit variierten Wiederholungen) veröffentlichte, betrat er damit Neuland – aber nur, indem er exemplarisch ausformulierte, was er von einem geübten und geschulten Clavieristen erwartete. In einer Zeit, in der es noch selbstverständlich war, in den rahmenden Ecksätzen einer Sonate sowohl den […]
CPE Bach / Keith Jarrett

«I heard the Württemberg Sonatas, recorded by harpsichordists, and I felt there was space left for a piano version.» Aus dem Booklet geht leider nicht hervor, von wann diese Wort datieren. Sicher ist nur, dass Keith Jarrett auf unnachahmliche Weise eine Lücke gefüllt hat. Wer allerdings glaubt, der Altmeister des Jazz and beyond hätte sich […]
CPE Bach / Orazio Sciortino

Es ist schon erstaunlich, wie unterschiedlich die Bach-Söhne ihren Weg gingen – biographisch wie kompositorisch. Als der wohl bedeutendste Wegbereiter der Klassik hat sich dabei Carl Philipp Emanuel Bach (1714–1788) erwiesen: sowohl durch seine Ästhetik angeht (nämlich die über die wahre Art, das Clavier zu spielen) als auch durch seine Werke, die vielfach etwas vollkommen […]
Józef Kozłowski / Requiem

Wer sich mit den Tonartencharakteren einigermaßen auskennt, wird beim Requiem von Jozef Kozłowski (1757–1831) einen Aha-Effekt verspüren. Denn es steht wirklich in es-Moll – jener Tonart, über die Christian Friedrich Daniel Schubart in seiner Ästhetik der Tonkunst 1784/85 notierte: «Empfindungen der Bangigkeit des aller tiefsten Seelendrangs; der hinbrütenden Verzweiflung; der schwärzesten Schwermuth, der düsteren Seelenverfassung. […]
Boccherini Edition

Ein Update in Sachen Boccherini. Denn wer in sein Regal schaut, findet vielleicht schon eine Box gleichen Namens – ebenfalls von Brilliant Classics, allerdings aus dem Jahre 2012 und mit nur 37 CDs. Hier sind es nun 52 CDs, so dass man von einer veritablen Version 2.0 sprechen kann. Wer zuletzt die Einzelveröffentlichungen des Labels […]
Haydn-Sinfonien / Derek Solomons

Die allermeisten Haydn-Sinfonien schlummern im Dornröschenschlaf. Und werden sie einmal eingespielt, dann nehmen sie oft genug die Rolle des Aschenputtels ein. Das zeigt auch ein Blick auf die mit ihnen verbundenen diskographischen Großprojekte: So ist die wichtige und legendäre Gesamteinspielung mit der Philharmonia Hungarica unter Antal Dorati (Decca, 1970–1974) aufführungspraktisch längst in die Jahre gekommen, […]
Quatuor Akos / Joseph Haydn

Nur 50 Jahre nach dem nebligen «Ereignishorizont» der ersten Streichquartette in der Mitte des 18. Jahrhunderts ist die Gattung um 1800 ästhetisch bereits umfassend nobilitiert. Neben den Haydn gewidmeten und 1785 als Opus 10 gedruckten Quartetten von Wolfgang Amadeus Mozart war es Haydn selbst, der die Gattung ab seinem Opus 33 mit jedem «Sechserpack» weiter […]
Butter Quartet / Scintilla

So beständig sich das Streichquartett als musikalische Gattung seit mehr als 275 Jahren hält, so rätselhaft sind seine Ursprünge, die irgendwo in Italien und im süddeutschen Raum liegen. Zwischen Sinfonia, Sonate und Divertimento ist es auch die kammermusikalische (nicht chorische) Besetzung, die rasch prägend wurde. Die Spurensuche, die schon Ludwig Finscher unternahm, führt in verschiedene […]
Kreutzer-Sonate / Quatuor Zaïde

Ob Ferdinand Ries auch diese Bearbeitung angefertigt hat? Jedenfalls ist das 1832 bei Simrock in Bonn anonym erschienene Arrangement der berühmten Kreutzer-Sonate op. 47 (im Original für Violine und Klavier) bedeutsam und mehr noch: höchst interessant und originell. Das betrifft schon die ungewöhnliche Besetzung mit zwei Violoncelli (im Gegensatz zur Wiener Besetzung mit zwei Bratschen), […]
Sinfonie Nr. 3 & Septett / CHAARTS, Huangci

Noch einmal Ferdinand Ries. Seine immer wieder eingespielten Bearbeitungen von Werken Beethovens düfen wegen seiner Nähe zum Meister als gleichsam authentisch gelten, vor allem aber offenbaren sie in höchstem Maße das noch immer unterschätzte Talent des Schülers. In diesem Fall ist es die für Klavierquartett bearbeitete «Eroica», die (zusammen mit dem 1800 entstandenen Septett op. […]