Cavus & Dirks: Istanbul 1900

Neun Miniaturen zu einem Bildnis der Metropole Istanbul verdichten die beiden Gitarristen auf einer so sanfte und zarte Weise, dass man in diese Musik einschlüpfen kann, wie in eine Erzählung. Die beiden Musiker sind hier Geschichtenerzähler, die wie eine Person agieren, die eben nur mit vielen Ohren hört und mit vielen Augen sieht und mit […]
BLK2LIFE – A Future Past

Eine Platte mit großem Anspruch, will man doch die Substanz afro-amerikanischer Musik- und Jazzgeschichte im Rahmen des Weltgeflechts zum Ausdruck bringen. Jazz, Funk, Politics im Gewand der kommerziellen musikindustriellen Verwertung. Wie geht das? Der amerikanische Trompeter und Bandleader Theo Crocker hat sich zu diesem Zweck zahlreiche Gäste geladen wie Ari Lennox, Charlotte Dos Santos, Malaya […]
York: Souljazz Experience Vol. 1

Später Ableger der ganzen Jazz-Pop-Wellen seit den 70er-Jahren. Soll und kann uns nur recht sein. Wenn die Musiker:innen und die Faktur des Ganzen in sich stimmig ist und der Wipp- und Wuppfaktor unvermeidliche Höhenflüge annimmt. Selbstbeschreibung passt: “The album also features a number of top-class guest musicians, making The Soul Jazz Experience Vol. 1. a […]
Kevin Brady Electric Quartet: Plan B

Wer einen Plan B hat, hatte auch einen Plan A. Plan A des Kevin Brady Electric Quartets kennen wir nicht, er liegt nicht vor. Track „Plan B“ allerdings ist ein müdes Stück Musik, dass man nur hoffen kann, Plan C funktioniert mal besser. Nein, man wird nicht so recht froh mit dieser Platte, die doch […]
Materna: The Kiss

Geht von der ersten Sekunde an sofort in einen perfekt sitzenden musikalischen Anzug der 80er Jahre über. Krawatte, Hut. Erster Eindruck, ein Nachweben im Stile der Lounge Lizards. Klare musikalische Kante auf einem allgemein-substanziellen Groove. Tanzender musikalische Beton im Zustand der Verflüssigung. Alles dreht sich temporeich und frisch-aufblühend. Gemütlich keck und sorgsam spielen die Bassistin […]
Claassen, Linx & WDR Big Band: And Still we sing

Es gibt Spoken Word! Und es gibt Arrangements, die knallen. Eine WDR BigBand wird durch die Leitung von Magnus Lindgren zu durchaus übergermanischen Flügen angeregt. Aufgeregt, aufregend mit zwei Sänger*innen, die dem ganzen Treiben Paroli und Parolen bieten können. Das geht von der Nummer 1 (Sum it up – disturbing the peace) über fröhlichsülzenden Balladen […]
Kupke/Zerbe: Monalisa

Eine kleine Serenade von Pretiosen musikalischer Improvisationen. Klarinette und Klavier teilen hier nicht nur die beiden ersten Buchstaben, sondern ihr Faible den unsingbaren Rest. Ein spätes Produkt aus dem Gewächshaus der Ehrerbietung an Hanns Eisler. Hier aber nicht in den vier Fäusten für jenen mit der Wildheit, wie sie Heiner Goebbels und Alfred Harth in […]
Rifflet – Troubadours

Eine Musik, die einen mitnimmt wie eine Welle oder wie eine Art Treibsand. Nur völlig gefahrlos. Die Kompositionen von Rifflet sind eigentlich im Kern sehr leicht durchschaubar. Auf einem Rhythmus-Bett breitet sich ein melodisches Phrasengeflecht aus. In dieses kann man sich hineinbegeben und sich zurücklehnen. Eine musikalische Karawanenreise ist das am Ende mit so vorzüglicher […]
Ramsch – Carabattola

So ein musikalischer Ramsch aber auch. Da mal wieder ein Trio+ nicht richtig im musikalischen Material aufgeräumt und wirft mit überreifem Klumpatsch um sich herum. Blind wie Maulwürfe sind sie. Und finden doch jeden Wurm. Unter der Erde ist es ja auch dunkelst. Im leeren Raum der Freiheit, liegt alles nur wild herum. Überbietungstechnologien frisieren […]
Henkelhausen Quintet: Misantropic Tendencies

Am Anfang tut man sich etwas schwer mit dieser Platte. Sie ging beim ersten Vorhören erst einmal an ihren Platz in Wartestellung. Vielleicht … Vielleicht geht es einem im zweiten Durchgang ja besser. Und, oh Wunder, ja. Was für eine klassisch freie Musik mit Duftnoten aus Rauch und Zimt (Track: Tom Has a Big Brain“). […]
Kämmerling Quartett: This Way

Jazz, Jazz, Jazz. Das Quartett hier kommt dem Begriff des traditionellen europäischen (deutschen) Mainstream-Jazz sehr nahe. Jedes der 10 Stücke des Debut-Albums bildet einen eigenen Charakter aus, ohne großes Brimborium, immer dicht am Material, das sich die vier Herren da zu Füßen legen. Das kann ein Chopin-Prelude sein, das können aber vor allem traditionelle Volkslieder […]
Weber: Once Upon A Time

Konzert im August 1994 beim „Festival International De Contrebass“ in Avignon. Eberhard Weber solo. Elektrisch mit Effektgeräten für Overdubs. Sechs Stücke. Der Grundklang des Weberschen Musizierens ist bekannt: Ein sündig-süffige Klang, der kugelblitzartig durch den Raum zieht. Damit kann er musikalische Welten an uns vorbeiziehen lassen. Ein Silberschweif zieht dabei mit ihm mit und klingt […]