Orgel + TrompeteDie Kombination aus Orgel und einem weiteren (Melodie-) Instrument ist seit Jahren und Jahrzehnten weit verbreitet – auch wenn es für einige «Mixturen» akustisch durchaus heikel werden kann. Für Streicher etwa stellt sich die entscheidende Frage nach der Tragfähigkeit im Raum (wobei dann Größe und Nachhall eine wichtige Rolle spielen), während sich Blechbläser in dieser Hinsicht keine Sorgen machen müssen. So zählt das Duo aus Orgel und Trompete sicherlich zu den Publikums-Favoriten – und dies vor allem, wenn «festliche Musik des Barock» auf dem Programm steht.
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Wie anders ist dieses Album, das im ersten Corona-Sommer im Dom zu Riga aufgenommen wurde. Vielleicht waren es die besonderen Umstände, die zu dieser eindringlichen Zusammenstellung mit Werken von acht Komponist:innen geführt haben. Sie ergibt jedenfalls den Titeln nach das Ordinarium einer Messe, ergänzt durch ein Lux aeterna und vier weitere Stücke. Brillantes, goldenes Strahlen ist hier eher Nebensache; es sind vielmehr fast schon meditative Klänge, die den Raum erfüllen. Obwohl die Stücke im einem langen Zeitraum zwischen 1982 und 2020 entstanden, ist die Satzfolge so trefflich kuratiert, dass es über die Pausen hinweg kein Bruch gibt. Eine außergewöhnliche Produktion, die ihrem Motto alle Ehre macht.
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Distant Light. Latvian Contemporary Music for Trumpet and Organ
Maija Einfelde. Zvaigtnu kalns (Hill of Stars); Rihards Dubra. Kyrie; Maija Einfelde. Gloria; Alvils Altmanis: Sanctus; Benedictus; Rihards Dubra. Agnus Dei; Ilze Arne. Juras panemtajien (To Those Take by the Sea); Romualds Jermaks. Lux aeterna; Dzintra Kurme-Gedroica. Quo vadis; Georgs Pelecis. Larghetto aus dem Trompetenkonzert; Renate Stivrina. Gaviles (Rejoicing)
Janis Porietis (Trompete), Ilze Reine (Orgel) LMIC / Skani 094 (2020)
Dr. Michael Kube, geb. 1968 in Kiel, studierte Musikwissenschaft, Kunstgeschichte sowie Europäische Ethnologie/Volkskunde. Promotion mit einer Arbeit über Hindemiths frühe Streichquartette (1996), Habilitation mit Studien zu einer Kulturgeschichte des Klaviertrios (2016). Seit 1998 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Neuen Schubert-Ausgabe (Tübingen), seit 2002 zudem Mitglied der Editionleitung. Er ist seit 2007 Kuratoriumsmitglied (und seit 2013 Vorsitzender) der Stiftung Kulturfonds der VG Musikedition.